„Großer Einsatz von Nebelkerzen von Seiten der Sophien-Kirchengemeinde!“
Bericht zur Bürgerversammlung am 11. September 2026 in der Aula des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums – der Initiativkreis hatte eingeladen.
Im Anschluss an zwei Impulsreferate der Initiative hatten anwesende Oberhausener Lokalpolitiker von SPD, CDU, Linken und Grünen, Presbyter*innen der Kirchengemeinde, Superintendent Deterding und interessierte Gäste die Gelegenheit zu Fragen und Stellungnahmen.
In den Referaten wurde auf die Geschichte der Lutherkirche hingewiesen, die nach Vollendung ihrer grundlegenden Sanierung 1995 multifunktional nutzbar war und in so vielfältiger Weise auch genutzt wurde!
Im zweiten Teil des Abends kamen dann, moderiert von Clemens Heinrichs, die Bürger*innen und eingeladenen Gäste aus Politik und Kirche zu Wort.
Zum x-ten Mal haben Gemeindevertreter und Superintendent das Lied von der immer ärmer werdenden Kirche gesungen, in so oft gehörter Ausführlichkeit. (Achtung Nebel!). Wieder einmal wurde ignoriert, dass dies von keinem in der Initiative bestritten wird und dass es darum auch überhaupt nicht geht. Ebenso wurde, wie schon häufig, das eigene Dasein als Presbyter*in beklagt, man sei doch nur ehrenamtlich tätig und die Entscheidung sei doch soo schwergefallen. Man treffe sich doch auch nur monatlich. Daraufhin aus dem Publikum der trocken vorgebrachte Tipp, sich doch einfach häufiger zu treffen. Ganz nüchtern erzählte eine Seniorin von ihrer Zeit als Presbyterin: „Auch wir waren ehrenamtlich tätig und haben viele bis in die Nacht reichende Tagungen erlebt“. Aus der Politik gab es die Äußerung, dass auch Kommunalpolitik im Ehrenamt betrieben wird. Kein Mitleid für die armen Presbyter*innen weit und breit.
Eine wichtige Anregung gab es von der ehemaligen Pfarrerin an der Lutherkirche, Ulrike Burkardt, man möge doch nicht nur Fragen nennen, die bei der Entscheidungsfindung bearbeitet wurden, sondern auch die Antworten – ein Nebeneinanderstellen von Christus- und Lutherkirche mit einer Auflistung der Gründe, die für oder gegen den Erhalt der jeweiligen Kirche sprechen. Die Schaffung von wirklicher Transparenz als Grundvoraussetzung zur eventuellen Akzeptanz.
Als Erklärung, warum Beschlusstexte und zugrundeliegende Argumente nicht der Öffentlichkeit bzw. der Initiative übermittelt wurden, meinte man, dann hätte man ja womöglich 20 Seiten lange Texte weitergeben müssen. Darauf die Antwort eines Politikers: „Die Bibel ist umfangreicher.“ Und aus dem Publikum die Versicherung, er sei sogar in der Lage 30 oder 40 Seiten zu durchdringen.
Eine sehr wichtige und für uns völlig neue Erklärung kam von der Vorsitzenden des Presbyteriums, dass die Lutherkirche vom Frauenhofer-Institut gar nicht abschließend beurteilt wurde, es konnten lediglich zwei Gebäude ins Zentrum gerückt werden – und die Lutherkirche wurde vom Presbyterium aus dem Spiel genommen! Das Geld hätte, so Superintendent Deterding, für mehr nicht gereicht.
Das heißt, eine wichtige Entscheidungsgrundlage wie eine abschließende Bewertung durch das Frauenhofer-Institut existiert für die Lutherkirche einfach nicht. Mehrfach wurde uns doch, unter anderem in einer Sitzung des Presbyteriums erläutert, das Institut hätte unter anderem bei der Frage der ÖPNV-Anbindung die Christuskirche im Vergleich zur Lutherkirche als besser aufgestellt bezeichnet.
Die Notwendigkeit aufgrund der landeskirchlichen Vorgaben bis 2035 nur noch klimaneutral und finanziell tragfähig zu betreibende Gebäude im Bestand zu haben und die zur Vorbereitung notwendige Gebäudebedarfsplanung war die wesentliche Begründung für den Handlungsdruck. Mit der Konsequenz des Presbyteriums, sich von der Lutherkirche zu trennen. Nun müssen wir feststellen: es gibt überhaupt keine Legitimation den Verkaufsbeschluss mit Ergebnissen der Studie zu begründen. Obwohl doch diese Studie, vom Kirchenkreis Oberhausen in Auftrag gegeben, Oberhausenweit Entscheidungsgrundlage sein sollte.
Ach ja, es wurden an diesem Abend schon auch Argumente genannt, die für die Christuskirche sprechen (sollten). Als Fördervereinsmitglied – und somit Lobbyistin für die Christuskirche – äußerte Pfarrerin i.R. Schmitz-Jeromin, die Christuskirche sei alt, ein Denkmal, es seien Fördergelder geflossen – und nach dem Architekten der Kirche auch eine Straße benannt. Nicht zu vergessen sei, dass die Kirche im Bereich der Innenstadt und damit in einem besonderen Sozialraum läge.
Nach weit über einem Jahr gab es auch an diesem Abend keine Antwort auf die alles entscheidende Frage: „Warum wird ausgerechnet die Lutherkirche aufgegeben?“ Über die Inhalte und Adressaten künftiger Arbeit der evangelischen Kirche in Oberhausen am Freitagabend kein einziges Wort.
Beteiligung
Sie wohnen in Oberhausen-Ost oder -Mitte? Sie sind Nachbarn der Lutherkirche, Sie kennen diese schöne Kirche, Sie haben schon im Schatten der Bäume im Kirchgarten gesessen, Sie hören ihre Glocken? Sie waren schon Gast in einem Gottesdienst, einem Konzert, einer familienfreundlichen Party, einem Treff im Kirchgarten, einer Ausstellung? Sie sind aktiver Kommunalpolitiker? Sie engagieren sich als Bürger*in im Knappen- oder Marienviertel? Sie sind Eltern von Schüler*innen, Sie sind Schüler*in, Sie sind Lehrer*in am Bertha-von-Suttner-Gymnasium? Sie sind Presbyter*in der Sophien-Kirchengemeinde? Sie haben Kinder, die im Oberlin-Kindergarten eine schöne Kindergartenzeit und in der Falkensteinschule ihre Grundschulzeit verbracht haben? Sie sind Gemeindeglied, Sie sind kein Gemeindeglied, Sie sind Mitarbeiter*in in der Gemeinde?
Sie müssen weder fromm sein, noch jeden Sonntag zum Gottesdienst gehen. Ihnen allen gehört die Lutherkirche!
Initiativkreis
Die Initiative „Lebendige Lutherkirche – auch in Zukunft“ ist ein Kreis, bestehend aus engagierten Gemeindemitgliedern der Sophienkirchengemeinde/Bezirk Lutherkirche. Der Kreis setzt sich für den Erhalt der Lutherkirche in Gemeindehand ein, ist somit gegen die Vermietung oder den Verkauf des Gebäudes. Er setzt sich für die Ziele der Petition (siehe Punkt „Petition“) ein. Weitere Informationen finden Sie auf dieser Website oder schicken Sie uns eine E-Mail zur Kontaktaufnahme.
Im Namen der Initiative
Herbert Schwanke, Christa Zimmermann